<
2 / 327
>

 
31.01.2018

Jugendliteratur im Altersheim

Dieses Projekt wurde in Anlehnung an das Seminarfach „Frauenbilder in der Jugendliteratur“ von drei Schülerinnen des Viktoria Luise Gymnasiums interessierten BewohnerInnen in der Stiftung vorgestellt.
 
Ziel war es, mit einem Ausschnitt aus einer moderneren Fassung des Buches „Nesthäkchen“ von Else Ury, die damalige Jugendliteratur kennenzulernen und mit der heutigen zu vergleichen. Allein die Schreibweise dieses Buches unterschied sich immens von den Ausschnitten aus dem 9. Band „Nesthäkchen und ihre Enkel“ von 1924. „Klingt ja fast wie Goethe“! – stellte eine Bewohnerin fest.

Die Schülerinnen Jessica, Janika und Beyza stellten sich kurz vor und schon ging’s los mit einer kleinen winterlichen Bewegungsgeschichte  zum Aufwärmen und Auflockern. Selbstgebackene Kekse der jungen Damen wurden zur Stärkung herumgereicht und fanden großen Anklang. Janika las einige Seiten aus dem Buch „Nesthäkchens Backfischzeit“, über die dann lebhaft geredet und diskutiert wurde.

Dabei stellten sich bei den Erzählungen der SeniorInnen unterschiedliche Schulerfahrungen heraus. Unterschiedlich auch deshalb, ob eine Schule im ländlichen Bereich besucht wurde oder weiterführende Schulen in der Stadt.
Die Bezeichnung „Backfisch“ – total unbekannt im heutigen Sprachgebrauch – ganz anders der Begriff „Nesthäkchen“. Die „Nesthäkchen-Bücher“ galten lt. Anmerkung der SeniorInnen damals als tolle Jugendbücher, die im wahrsten Sinne des Wortes „verschlungen“ wurden und nicht nur von jungen Mädchen. Ausleihen und tauschen der Bücher war an der Tagesordnung, denn nicht jeder hatte Gelegenheit, sich die Bücher zu kaufen.

Bei den Gesprächen stellten die Schülerinnen fest, dass den Schülern damals so einiges (z.B. in Latein) abverlangt wurde – nicht unbedingt vergleichbar mit den heutigen Anforderungen. Eben anders - wie alle TeilnehmerInnen übereinstimmend feststellten. Spontaner Kommentar einer Bewohnerin: „Das Handy fehlt darin“! Der eine oder andere bedauerte auch, nicht mit dem Handy umgehen zu können.

Else Ury, geb. 1877, war eine der erfolgreichsten Schriftstellerinen der damaligen Zeit. Ihr tragisches Schicksal während des 2. Weltkrieges war ebenfalls Thema dieser Gesprächsrunde, die von allen als sehr angenehm, locker, ehrlich und sehr aufschlussreich empfunden wurde.

Dank an die Schülerinnen, die dieses Projekt so engagiert vorgestellt und umgesetzt haben. 
Julius Tönebön Stiftung  -  Fischbecker Straße 31  -  31785 Hameln  -  Tel. 0 51 51/797-0  -  Fax 0 51 51/797-197